Eingriffe
 
Hier zeige ich eine Chronologie der menschlichen Eingriffe im Gebiet seit es zum Naturschutzgebiet erklärt wurde (die Ältesten ganz unten). Fast alle haben das Gebiet aufgewertet und nicht nur für die Tiere sondern auch für die Beobachter attraktiver gemacht. Zu allen Veränderungen der letzten 20 Jahre kann ich auf Wunsch Fotos liefern. Es würde die Seite überladen, wenn ich die hier alle zeigen würde. Die Veränderungen im laufenden Jahr finden sie unter .
 

24.11.2022: Eine Zusammenfassung der Umgestaltung des Gebiets im Jahr 2022 finden sie hier: . Weitere Einzelheitenn aus dem Jahr 2022 stehen noch in der Rubrik .
20.12.2021: Mittlerweile ruhen die Arbeiten am Zaun und im Gebiet. Nicht fertige Pfosten wurden mit Klebebändern provisorisch abgeklebt. Korrosionsschäden sind vorprogrammiert. An verschiedenen Stellen gibt es unfertige Baggerarbeiten. Mal sehen, was mit den Erdhügeln geschieht. Man kann nur hoffen, dass diese Arbeiten vor der Brutzeit fertiggestellt werden. Ansonsten sind diese Hügel ideale Ansitze für Mäusebussarde, Krähen, Kolkraben und Mittelmeermöwen bei der Jagd auf Amphibien und den Wiesenbrüternachwuchs. Warum kann man das nicht besser organisieren? Die Herde aus einem anderen Gebiet darf wieder im Bingenheimer Ried überwintern.





20.12.2021: Hier wird deutlich, wie rigoros die Flächen im Südosten des Gebiets und auf der Ostseite gemulcht wurden. Es wurde noch mehr als im letzten Jahr gemulcht. In diesem Teil des Rieds haben in den letzten Jahren u.a. Bekassine, Wasserralle und Tüpfelsumpfhuhn gebrütet. Vom Mulchen im Mosaik gibt es hier keine Spur. Siehe im Vergleich das Foto vom 17.11.2021 etwas weiter unten. Mulcht man hier, weil Geld da ist und nicht, weil es Sinn macht?


11.12.2021: Heute steht ein großer Artikel über die Umbauten im Bingenheimer Ried in der Wetterauer Zeitung.
Das Wichtigste:
Der Zaun soll erst im Herbst 2022 fertig werden. Warum, steht nicht in dem Artikel? Der Zaun plus Begleitmaßnamen kosten 200.000.-- Euro.

Leider gibt es keine Aussage darüber, ob weitere Beobachtungsmöglichkeiten geschaffen werden. Kommen die nicht, können Rollstuhlfahrer nur noch aus der Hütte auf der Westseite, aus der aber nur selten Interessantes zu sehen ist, beobachten ohne durch einen Zaun schauen zu müssen. Andere, die kleiner als 1,70m sind, können nur noch auf die drei Beobachtungsstände ausweichen. Bei Spektiv mit Schrägeinblick, sind 1,80m Größe hilfreich.

Die Baggerarbeiten in der Kernzone sollen weitere Insel schaffen, um die Brutvögel dort vor Prädatoren wie Fuchs und Waschbär zu schützen. Ich dachte mit dem Zaun kämen die nicht mehr ins Gebiet? Bei dem Bau dieser Inseln werden die besten Rallen- und Bekassinenbiotope teils zerstört und oder verkleinert. Gerade die Randbereiche der Wasserflächen sind so wichtig. Dort gab es auch schon Brutversuche vom Rotschenkel. Auf den bisher geschaffenen Inseln, die aufgeschüttet wurden, was jetzt kaum der Fall ist, da einfach nur Bereiche durch Gräben abgetrennt werden, haben in erster Linie Graugänse und manchmal auch Kiebitze gebrütet. Nach meinen Beobachtungen  gingen auf diesen Inseln 80-90% der Gelege der Kiebitze verloren. Bei den restlichen im Gebiet brütenden Kiebitzen waren das weniger. Alle Pfosten erhalten Spitzen, damit Greifvögel und Möwen sie nicht als Ansitz nutzen können. Dafür läßt man aber Pfosten mitten im Gebiet, die viel wichtiger wären, ungeschützt, siehe  April 2020.
Udo Seum, Gebietsbetreuer der HGON und des NABU wird wie folgt im Artikel zitiert: " Die Maßnahmen sind notwendig. Denn die Besucher wollten auch etwas zu sehen haben. Was nützt uns das schönste Naturschutzgebiet, wenn keiner daran Freude hat?"
Ich dachte Naturschutzgebiete seien in erster Linie zum Schutz der Natur da. Wo, bitte hat Herr Seum denn in den letzten 40 Jahren beobachtet. Warum strömen den jedes Jahr hunderte Beobachter regelmäßig in dieses Gebiet und haben Freude dort? Sie kommen, weil man hier schon immer toll beobachten kann und eine Artenvielfalt antrifft, die so geballt in kaum einem anderen Gebiet Hessens auftritt. Der Umbau hat sich da bisher eher nachteilig ausgewirkt. Sicher hat er nicht zu mehr Bruterfolg geführt. Dafür gibt es andere Gründe, die ich im persönlichen Gespräch gerne übermittle. Mit dem Zaunbau sind die neuerlichen Baggereien in und an der Kernzone völlig überflüssig. Die Zahl der erfolgreichen Bruten von seltenen Enten hat sich in den letzten Jahren positiv entwickelt. Hierbei blieb die Anzahl der Brutpaare in den letzten Jahren ziemlich konstant, sieht man vom Jahr 2019 ab, als das Ried trocken blieb. Die Brutzahlen der seltenen Rallen hat sich sehr negativ entwickelt.  Die Bekassine war auf sehr niedrigem Niveau stabil. Viele Kiebitze haben gebrütet, aber meist ohne Erfolg.

Der Prädatoren sichere Zaun ist eine tolle Sache. Das sollte man unbedingt unterstützen. Die neuerlichen Umbaumaßnahme in der Kernzone, nicht die im Norden des Gebiets, und das massive Mulchen schaden dem Gebiet. Wenn man etwas für die Besucher tun will, muss man weitere Beobachtungsplattformen bauen.

8.12.2021: Das Bingenheimer Ried wird weiter umgestülpt. Bereiche, in denen an Veränderungen außer Beweidung, Mähen oder Mulchen noch nie etwas geschah, werden mit dem Bagger verändert. Erklärungen der Verantwortlichen gibt es bisher nicht. Eine ausführliche Untersuchung der Botanik und der Kleinlebewesen hat es seid dem Ausweisungsgutachten vor mehr als 30 Jahren nicht gegeben. Es reicht nicht, dass man über Heuschrecken, Schmetterling und vor allem Libellen etwas mehr weiß. Die Nahrungsgrundlage für die Vögel, die man schützen will, ist damit weitgehend unbekannt. Trotzdem mulcht und baggert man, solange Geld da ist.

7.12.2021: Nachwievor wird im Gebiet gebaggert (links).
Mit einer heute veröffentlichten Pressemitteilung hat das Regierungspräsidium Darmstadt (dort abrufbar) auf den Zaunbau im Gebiet hingewiesen.


6.12.2021: Heute wurde der Ortenberggraben ausgebaggert (rechts). Mit dem Aushub wurde das Ufer zum Bingenheimer Ried befestigt, nämlich in dem Bereich, in dem er Ende Januar und im Februar über die Ufer trat und das Wasser das Bingenheimer Ried befüllte (siehe Foto vom 31.1.2021). Wenn die dichte Gaze am Wehr bleibt, wird es nun schwieriger bei Hochwasser genügend Wasser ins Bingenheimer Ried zu leiten, aber vielleicht hat das zuständige Forstamt ja noch einen Trumpf im Ärmel. Mit der dichten Gaze wird das Ried nicht mehr voll als Retensionsraum genutzt. Dies kann im Extremfall zu Wasser in Reichelsheimer und vielleicht auch Echzeller Kellern führen. Dem Ziel eines fischlosen Rieds kam man dieses Jahr trotzt des massiven Zuflusses aus dem Ortenberggraben sehr nahe.

2.12.2021: Der Zaunbau geht voran. Etwa die Hälfte der Pfosten dürfte sitzen. Mal sehen, wann ein Schutz gegen das Untergraben durch Fuchs und Dachs eingebaut wird. Die Folie, die das Einwachsen des Zauns verhindern soll, liegt schon.


25.11.und 27.11.2021: Auch im Norden des Gebiets wurden im Rahmen des Zaunbaus Kopfweiden geschnitten, manchmal etwas unorthodox, wie das große Foto rechts im Vordergrund zeigt. Die Äste wurden dann innerhalb des zukünftigen Zauns im Erlenwäldchen aufgeschichtet. Sollten Prädatoren, wie Fuchs, Dachs oder Waschbär doch mal den Zaun überwinden oder bei Schließung noch im Gebiet sein, werden sie sich über diese Deckung sicher freuen. Auch für die Kinderstube eignet sich das Erlenwäldchen dann wunderbar. Als schattiger Platz im Hochsommer für die Rinder, entfällt dieser Platz dann natürlich. Mal sehen, wie lange die Äste da liegen bleiben. Vielleicht werden sie ja doch noch gehäckselt, aber warum legt man sie dann zuerst ins Erlenwäldchen? Im Oktober 2022 wurden die Äste von hier im Norden zu dem Lagerplatz im Süden des Gebiet quer durch dieses außerhalb des Zauns gefahren.




23.11.2021: Zu früh gefreut. In der Kernzone wird großflächig gemulcht. Warum hat man dann nicht vorher die Rinder reingelassen. Die Maßnahmen der Fachleute der HGON und der verantwortlichen Behörden sind völlig unverständlich. Viele Insekten überwintern in den Flächen und werden so vernichtet. Dazu gehören verschiedene Heuschreckenarten, wie z.B. die Große Goldschrecke und der Wiesengrashüpfer. Verschiedene  Wildbienen., Wespen- und Zikaden-Arten überwintern hier auch. Mögliche Flächen für Schlaf- und Ruheplätze der Sumpfohreulen und Kornweihen werden kleiner. Die gemulchten Flächen mit dichtem Pflanzenbewuchs im Gebiet erscheinen größer als die Ungemulchten. Das Zauberwort heisst Mosaik.




23.11.2021: Der Zaunbau geht weiter. Entlang des Zauns wurden am Ortenberggraben viele Kopfweiden geschnitten. Die Äste aus Reichelsheimer und Bingenheimer Gebiet wurden mitten in einer Ausgleichsfläche der Stadt Reichelsheim abgelagert.  Das sieht nicht so aus, als ob die dort gehäckselt werden sollen. 26.11.2021: Wie ich höre, sollen die Äste wieder entfernt werden. Oktober 2022: Die Äste wurden wieder rausgeholt und umgelagert. Warum nicht gleich richtig? So vergeudet man Naturschutzmittel. 

 
20.11.2021: Auf den ersten 400m stehen die Pfosten. Sie sind circa 1,80 m hoch (Erstmal nur ein Handyfoto). Nach meinen privaten Berechnungen mit Hilfe von Google Earth dürfte der Zaun etwa 4,4 km lang werden und circa 84 ha umschließen. Circa 680m laufen dabei mitten durch das NSG, was der alte Weidezaun aber auch schon tat. Für die Flächen im NSG, die weiterhin nicht eingezäunt sind, kommen dafür aber Flächen dazu, die nicht zum NSG direkt gehören.


18.11.2021: Der alte Zaun wird abgebaut. Die Trasse für den Prädatoren sicheren Zaun wird vorbereitet.
 
17.11.2021: Das Ried wird weiter umgebaut. An vielen bisher unberührten Stellen wurde gebaggert. Der Sinn ist aus der Entfernung nicht zu erkennen. Auch in der Kernzone wird gemulcht. Die Vorbereitungen für den Zaunbau schreiten voran.

 

Bilder vom 31.1., 7.9. und 17.11.2021: Anfang des Jahres 2009 wurde dieser Tümpel in der Nähe des Wehrs direkt am viel frequentierten Weg gebaut. Auf der Insel brüteten in den ersten Jahren Graugans, Nilgans oder Stockente. Die meisten Gelege gingen verloren, weil die Störung durch den Weg zu groß war. Mit den Jahren wuchs der Tümpel zu. Hier entwickelte sich der größte Bestand an schmalblättrigem Rohrkolben im Gebiet. Jetzt brüteten hier verschiedene Rallenarten und Teichrohrsänger. Ein Bekassinenrevier war in der Nähe. Für das Blaukehlchen war hier Nahrungsbiotop. Seid der neue Übergang für Rinder am Wehr gebaut wurde, ist der Tümpel ganzjährig für die Rinder erreichbar mit entsprechender Störung für die Vögel. Bei maximal erlaubten Wasserstand hat er direkte Verbindung zum Wasser im Ried.
Nun wurde der Teich ausgebaut und vergrößert. Warum?  Welchen Vogelarten soll das nutzen. Durch den direkt rundum ausgebreiteten Aushub und die damit verbundene Erhöhung des Bodens wurde Rallen und Bekassinenbiotop zerstört. Auf den schmalblättrigen Rohrkolben wurde keinerlei Rücksicht genommen. Der Bestand sollte aber nicht ganz zerstört sein, so wie es aussieht. Zumindest hätte man den Aushub abfahren müssen. Die Störung durch den viel frequentierten Weg und die Rinder bleibt.
Die Tiefe könnte für den Amphibiennachwuchs ausreichen.
 


14.11.2021: Mit dem Aushub der Vertiefung des Teichs wird der Sichtschutzwall erhöht.


13.11.2021: Sensation!!!! Das gesamte Bingenheimer Ried wird Prädatoren sicher eingezäunt..
Dies bestätigten mir Leute vor Ort. Von offizieller Seite ist noch nichts zu hören. Die Vorarbeiten sind in vollem Gang, was jeder sehen kann. Kein Waschbär, kein Fuchs und kein Dachs u.s.w. kommen  dann noch rein. Dies ist eine tolle Sache. Nachdem in der Ausgleichsfläche am Flugplatz Reichelsheim dieses Jahr sogar ein Rotschenkel erfolgreich brütete (der erste erfolgreiche Brutnachweis in Hessen überhaupt. Mehr......), könnten die Brutversuche im Bingenheimer Ried auch erfolgreich werden. Bekassine und Kiebitz werden davon profitieren und vielleicht kehrt sogar die Uferschnepfe zurück. Natürlich werden auch viele andere Vogelarten davon profitieren. Die Einzäunung ist natürlich ein ganz anderes Kaliber, wie die Einzäunung am Flugplatz Reichelsheim. Dort wurde ein völlig neu geschaffenes Biotop eingezäunt,  hier ist es ein Jahrhunderte gewachsenes Gebiet.
Es wird sehr spannend, wie sich das Gebiet dann entwickelt. Man kann nur hoffen, dass das Ganze von unabhängigen Wissenschaftlern begleitet wird. Schön wäre es, wenn der Beobachtungsstand am Wehr im Zuge dieser Maßnahme sinnvoll ausgebaut würde, z.B. indem man einen Teil des Daches des Stalls zu einer Plattform umbaut. So würde kein weiteres Stück des NSG's bebaut werden. Bitte unterstützen sie mich bei diesem Wunsch, wenn  sie auch gerne im Gebiet beobachten. 


8.11.2021: Im Gebiet finden Baggerarbeiten statt, die sich aber von Außen nicht fotografieren oder beurteilen lassen..
.11.2021:: Es ist spannend, wieviel Geld in das Bingenheimer Ried gepumpt wird. Amtliche Erfolgskontrollen für die Maßnahmen gab es bisher entweder nicht, oder sie wurden nicht veröffentlicht. Besonders die Zahlen bei den Amphibien wären interessant. Noch sind die Baggerarbeiten im Norden nicht beendet. Schon jetzt zeigt sich aber, dass die Fehler des letzten Winters berichtigt werdenn(siehe auch meine Kommentare vom 18.8.20211).Im letzten Winter waren die neuen Gewässer nicht tief genug gebaggert worden und erwiesen sich trotz nassen Sommers als ökologische Fallen für manchen Amphibiennachwuchs. Ich habe Zweifel, dass diesmal die Tiefe reicht. Leider kann ich nicht alle Maßnahmen erklären, da der Gebietsbetreuer der HGON und die Behörden jegliche Öffentlichkeitsarbeit eingestellt haben. Vermutlich sind auch Vorbereitungsarbeitenn für den Zaunbau dabei(siehe 31.10.2021).  

Der neue Teich im Norden des Gebiets, der im letzten Winter gebaggert wurde (Bild oben 14.12.2020), wurde vertieft und vergrößert (Bild unten). Der Wall der verhindern sollte, dass keine Fische vom alten Teich in den neuen Teich gelangen, wurde ausgebessert und etwas erhöht..





Die im letzten Winter gebaggerte Flutmulde (Foto links 14.12.2020) wurde vergrößert und vertieft (Bild rechts)..

7.11.2021:Der in der Südwestecke des Gebiets gebaute Damm sollte das Wasser des Ortenberggrabens mit seinen Fischen beim Überlaufen davon abhalten ins Bingenheimer Ried zu laufen (siehe auch 28.9.2020). Dies funktionierte aber nicht, wie das Foto links vom 31.1.2021 zeigt. Der Damm wurde jetzt überarbeitet und etwas erhöht. Dabei zerstörte man ein weiteres Stückchen alter Feuchtwiese..


Der im letzten Winter offen gelassene Durchgang durch den Sichtschutzwall südlich des Beobachtungsstands auf der Westseite wurde um circa 40m nach Norden verlegt (Bild links). Das Rohr, dass vom Pfaffensee kommt wurde ins Gebiet verlängert (Bild rechts)..

31.10.2021: Der Prädatoren sichere Zaun wirft seine Schatten voraus.Rundherum ist man dabei die Grenzsteine freizulegen und mit roten Stöcken zu markieren.. Ich hoffe, dass die vielen Besucher des Gebiets bei der Maßnahme mitgenommen werden 24.11.2022: Bisher nicht.



1.10.2021:: Im Nordteil des Gebiets wird weiter kräftig gebaggert..


21.10.2021 (links):: Am neuen Teich im Norden des Gebiets wird gebaggert. Anscheinend sollen die Fehler bei der Erstanlage letztes Jahr (siehe meine Kommentare (18.8.202) in Ordnung gebracht werden..
1
8.8.2021::
Trotz des nassen Jahres ist der neue Teich schon seit vielen Tagen und damit viel zu früh ausgetrocknet. Er wurde zur ökologischen Falle für viele der Amphibien, die hier abgelaicht haben. Laut Wetterauer Zeitung vom 18.8.2021 soll der Teich nochmal vertieft werden. Warum plant man
nicht besser? Die angekündigten 20cm sind zu wenig. Hier werden Naturschutzmittel vergeudet. 

Laut dem Artikel sollte der alte und der neue Teich keine Verbindung haben. Dafür ließ man extra einen kleinen Damm zwischen den Teichen baggern, damit zum Schutz des Amphibienlaichs keine Fische in den neuen Teich gelangen können. Bei Wasserhöchststand Mitte Februar waren beide Teiche jedoch verbunden (Foto vom 17.2.2021). Auch im Jahr 2018 und auch schon früher war der Wasserstand kurzzeitig so hoch. Mögliche Wasserstände waren also bekannt.


Ein Teil der Ideen bei den Verantwortlichen zur Verbesserung  der Biotope im Ried  sind sinnvoll und gut. Es hapert leider immer wieder an der Ausführung.

18.8.2021: Auf dem neuen Wall auf der Westseite des Gebiets ist, wie erwartet, eine Distelwüste entstanden.



5.5.2021: Zum Zweck der Kamera, die während der Brutzeit im Bingenheimer Ried aufgestellt wurde, wurde in einem Artikel der Wetterauer Zeitung vom 5.5. geschrieben, dass diese Kamerabilder nicht für die Öffentlichkeit vorgesehen sind. Laut Bericht, hat die HGON die Installation dieser Kamera veranlasst. HGON und Forstamt Nidda waren beim Aufstellen mitten während der Brutzeit beteiligt. Es handelt sich offensichtlich um die Ausgabe von Naturschutzmitteln, die anscheinend dazu dienen soll, dass eine kleine Elite, die die Bilder sehen darf, vielleicht wertvolle wissenschaftliche Erkenntnis für das Gebiet gewinnen kann. Hoffentlich wird das nicht genauso zu einem Flopp, wie die von der HGON maßgeblich initiierte Untersuchung der Säugetierprädatoren mit Kamerafallen vor mehr als einem Jahr. Man fand heraus, dass die hier in der Rubrik Säugetiere genannten Prädatoren, bis auf den Baummarder ganzjährig im Ried vorkommen. Regelmäßige Beobachter des Gebiets können ergänzen, dass dies seit  30 Jahren der Fall ist.
29.3.2021: Ein Pfosten wurde am 29.3.2021 mitten in einem Kiebitzrevier aufgestellt (Bild rechts). Der Gebietsbetreuer der HGON, zwei Handwerker und ein Auto waren dafür im Gebiet notwendig. Die massive Störung dauerte eine Stunde. Am 1.4.2021 (Bild links) wurde eine Webcam an dem Pfosten installiert, was etwa 2 Stunden, 4 Personen und zwei Autos im NSG in Anspruch nahm. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich sich manche Graugänse auf den Nestern verhielten. Einige blieben, andere kamen erst zurück, nachdem Autos und Personen ausser Sichtweite waren. Ob auch brütende Kiebitze betroffen waren, konnte nicht eindeutig geklärt werden. Die anfängliche Scheuchwirkung ist immens und fällt leider mitten in die Brut- und Zugzeit. Erst nach etwa 10 Tagen ließ diese Scheuchwirkung nach. Gänsen ästen wieder in der Nähe der Anlage. Ganz offensichtlich ist die HGON und die zuständigen Behörden nicht in der Lage so zu planen, dass derartige Störungen vor der Brutzeit erledigt werden. Warum nimmt man das Risiko in Kauf, dass Eier auskühlen oder von den Mittelmeermöwen, einem Kolkraben und zwei Rabenkrähen geholt werden? Voll bebrütete Eier mitten während der Brutdauer können bei Auskühlen sehr schnell Schaden nehmen. Die Webcam kann natürlich eine tolle Sache sein für Naturinteressierte. Ich bin gespannt auf die Bilder aber auch auf die Kosten-Nutzen-Analyse. Näheres ist noch nicht bekannt.

 



21.3.2021: Der maximal erlaubte Wasserstand ist erreicht. Jetzt wird deutlich, dass für den neuen Teich in den Norden an der höchstgelegene Stelle des Gebiets vielleicht nicht der richtige Platz gewählt wurde. Hier waren früher Ackerflächen. Eine Ufermodellation bei den Inseln fehlt völlig. Sie sind viel zu steil. Bei dem ersten Teich im Norden des Gebiets im Hintergrund wurden die selben Fehler gemacht und dann in späteren Jahren berichtigt. Jetzt machte man wieder diese Fehler. Verantwortlich ist der Gebietsbetreuer der HGON und die zuständigen Behörden. Warum sind die Fachleute der HGON im Vorstand und in der Geschäftsstelle hier nicht eingeschritten?




14.12.2020: Der neue sehr große Teich mit 3 Inseln im Norden des Gebiets scheint fertig zu sein. Er liegt zwischen dem alten Teich, der dort im Winter 2008/2009 angelegt wurde und im Winter 2016/2017 erweitert wurde, und dem Westweg. Mit dem Aushub wurde entlang des Westwegs ein Sichtschutzwall aufgeschüttet. Diese Maßnahmen werden diesen Teil des Gebiets sicher aufwerten. Noch ist der Sichtschutzwall an vielen Stellen zu niedrig und hilft so nicht wirklich. Sinnvoll wäre es gewesen mehrere Abschnitte von je 10-20m Länge zwischendurch mit Schotter zu bauen, wie einen Bahndamm ohne Schienen. Im Bahndamm auf der anderen Seite überwintern Kamm- und Teichmolche, wie auch Zauneidechsen und viele Insekten. Derartige Plätze hätte man hier leicht schaffen können für den Preis des Schotters.
 
 

13.12.2020: Immernoch wird im Ried viel zu viel gemulcht. Das Verhältnis zwischen ungemulchten Flächen und denen, die bis auf Golfrasenhöhe abgefressen wurden oder vom Pflanzensterben betroffen waren, stimmt nicht mehr. Es ist gut, das man einige Flächen stehen lässt. Diese sind aber oft zu klein und von gemulchten Flächen direkt eingerahmt, sodass sie sich als Schlafplätze für Sumpfoheule und Kornweihe im Winter nicht mehr eignen. Hier musste man zusammenhängende Flächen stehen lassen und nicht nur Fetzen, wie auf dem zweiten Bild zu sehen. 

9.11.2020 (links) und 13.1.2018 (rechts): In der Kurve im Südosten des Gebiets wurde Erde angeschüttet. Hier ist die tiefste Stelle des Weges am Gebiet. Meine anfängliche Annahme, dass diese Maßnahme dazu führt, dass der Weg bei Hochwasser länger überschwemmt bleibt, hat sich nicht bewahrheitet. Bereits bei einem Wasserstand, der noch 11cm über dem erlaubten Maximum lag, war der Weg trocken. Das war früher nicht der Fall.
       
19.11.2020 (links): Der Graben zwischen Wehr und Horloff wurde ausgebaggert. Da dort Halbschalen verbaut sind, konnte man jedoch nicht viel machen. Das Wasser sollte jetzt aber trotzdem etwas schneller ins Ried fließen können, wenn der
Wasserstand der Horloff steigt.
25.9.2020 (rechts): In der Kernzone im Bereich im Südwesten, wo der Bewuchs noch in Ordnung war, wurde gebaggert. Vom Rand war jedoch nicht genau zu erkennen, was dort gemacht wurde. Zumindest eine der Inseln wurde mit dem Aushub erhöht.
    

28.9.2020 (links): Schon vor 2 Jahren wies ich darauf hin, dass nördlich des 50m langen Walls, der diesen Herbst im Südwesten des Gebiets gebaut wurde, der Ortenberggraben regelmäßig an einer 1,50m breiten Stelle bei Hochwasser über die Ufer tritt und so Fische ins Ried gelangen können. Vielleicht soll der Wall dies verhindern. Ich frage mich, warum man nicht einfach die 1,50m breite Stelle am Grabenrand ausgebessert hat.
25.9.2020 (rechts): Auch am Wehr wurden Veränderungen vorgenommen.
         

Immernoch: Nur eine Kleinigkeit mit großer Wirkung in der Brutzeit. Überall im Gebiet stehen Pfosten und werden von Turmfalke, Mäusebussard, Rabenkrähe und Mittelmeermöwe als Ansitz für die Jagd auf Amphibien und den Vogelnachwuchs genutzt. Auch die Pfosten für die Videoüberwachung, mit der man mehr über die Anzahl des Raubwilds im Gebiet herausfinden wollte, stehen noch. 11.4. und 21.4.2020:


Spätherbst 2018: Bau eines Übergangs am Wehr für die Rinder, eine die naturschädigende Maßnahme mitten im Revier von Blaukehlchen und Drosselrohrsänger. Letztere tauchte dort seitdem auch nicht mehr auf, was natürlich auch andere Gründe gehabt haben konnte.
Im Nordteil wurde eine Flutmulde gebaut.
Jeden Herbst und Winter: Noch immer werden viel zu große Flächen und die falschen Flächen gemulcht. 2.11.2018.

Herbst 2018: Die landschaftsprägende Weidengruppe nordwestlich vom Beobachtungsturm wurde auf Kopf gesetzt. 17.10. und 2.11.2018:


Winter 2018/2019: Der Mittelgraben wurde ausgebaggert. Mit dem Aushub wurden 15 Inseln angelegt. Mindestens 7 waren bei Erreichen des erlaubten Wasserhöchststands unter Wasser. Laut einem Fachmann der HGON (Bericht in der Wetterauer Zeitung vom 12.11.2018) war dies auch extra so geplant. Man hat also Insel gebaut, die als Brutplatz im frühen Frühjahr nicht genutzt werden können. Der Bruterfolg auf den Inseln war bisher sehr gering. Längst haben die Waschbären gelernt, dass es dort etwas zu holen gibt und kontrollieren die Inseln regelmäßig. Die Zukunft wird zeigen, ob diese Maßnahme das Gebiet aufgewertet hat.
2.11.2018:

  
Herbst 2018: Man begann mit dem Bau eines Sichtschutzwalls an der Nordwestgrenze des Gebiets mit diesem Aushub aber auch mit Aushub von anderen Gebieten.
Auch an der Südgrenze des Gebiets wurde ein Teil des Aushub ausgebreitet. 12.12.2018

Winter 2016/2017: Das Gewässer im Nordteil wurde vergrößert und die Ufer, die vorher zu steil angelegt waren, wurden abgeflacht. Die langgezogene Insel in dem Teich vor dem Beobachtungsstand auf der Ostseite, die bei erlaubten Wasserhöchststand überschwemmt war, wurde erhöht. Eine neue kleine Insel entstand. 7.2.2017:


Frühjahr 2015: Auf der Westseite wurde ein Krötenzuchtteich angelegt. Hier sollten gezielt Knoblauch-Kröten gezüchtet werden. Ein Netz schützte vor dem Zugriff der Prädatoren aus der Luft. Wegen Fehlern bei der Anlage trocknete er aus, bevor sich der Krötennachwuchs entwickeln konnte. Im Jahr 2016/2017 wurde er vertieft, wurde aber nicht mehr aktiviert. 20.4.2015:

Winter 2015: Der provisorische Beobachtungsstand am Wehr wurde befestigt. Eine Chance ihn sinnvoller zu gestalten wurde vertan. Der Beobachtungsturm an der Ostseite bekam eine neue Treppe.
Frühjahr 2014: Im Nordwesten wurde eine Beobachtungshütte gebaut.
Winter 2011/2012: Ein Beobachtungshügel entstand in der Nähe des Wehrs. Schaffung eines Gewässers mit Inseln vor dem Beobachtungsturm auf der Ostseite, das im Winter 2012/2013 fertiggestellt wurde. 26.1.2017:

Winter 2008/2009: Anlage eines großen Teichs mit Inseln im Norden des Gebiets.  
2009: Ein kleines Stillgewässer in der Nähe des Wehrs wurde ausgehoben. Hier befindet sich einer der wenigen Standorte des Schmalblättrigen Rohrkolbens. Mittlerweile wird der Teich während der Brutzeit beweidet und hat viel an attraktivität für die Vogelwelt verloren. 
1996: Auf der Ostseite wurde ein Beobachtungsstand gebaut.
1988: Die erste Veränderung des Gebiets, nachdem es als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden war, erfolgte im Jahr 1988. Damals wurde eine Fläche, die dem NABU-Bingenheim gehörte, vertieft. Man wollte ein permanent Wasser führendes Gewässer schaffen.